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Wort zum Sonntag für den 01. Juli 2018

Wort zum Sonntag für den 01. Juli 2018
Wort zum Sonntag für den 01. Juli 2018

Liebe Schwestern und Brüder!

Wenn Menschen etwas suchen oder gar gefunden haben, dass ihnen unermesslich wertvoll ist, dann kann man schon den Eindruck haben, dass diese Menschen einen leichten Sprung in der Schüssel haben. Manche setzen dann wirklich alles auf eine Karte. Wir kennen alle die Geschichten von Sammlern alter Meister oder von Briefmarkenfreaks, die ein Vermögen ausgeben, um eine bestimmte Briefmarke zu bekommen. Es gibt Menschen, die von einer Idee besessen sind. So ähnlich verhält es sich mit Verliebten, die ihren Schatz gefunden haben .

Im Neuen Testament hören wir vom Mann, der alles investiert, um an seinen Schatz zu kommen, der im Acker liegt. Ein anderes Bild ist die Perle, die der Kaufmann um jeden Preis bekommen möchte.

Beide Geschichten stehen für das Himmelreich. Derjenige, der den Wert des Himmelreichs für sich erkannt hat, ist auch bereit dafür zu lassen. So unvergleichlich wertvoll ist es für ihn. Nicht nur alles auf eine Karte zu setzen, sondern auch vieles lieb gewonnene abzugeben. Wichtig ist, dass da etwas in ihm vorgeht, was eine deutliche Entscheidung fordert.

Wie schaut es mit uns aus? Wie verhalten wir uns als Menschen unserer Zeit tatsächlich? Wollen wir diesen Schatz noch heben, geschweige um jeden Preis für uns haben? Wie sieht es mit unseren Auffassungen von Werten wie Treue, Gemeinschaft, Respekt und Toleranz aus?

Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir als Christen vor uns her dümpeln. Manch einer wünschte sich einen Tritt in den Allerwertesten. Wie momentan im Fussball, aber leider auch in der Politik unseres Landes fehlt Begeisterung .Vielleicht träfe für die Christen in unseren Breitengraden ein Gleichnis von einem Kaufmann zu, der gelassen oder fast gelangweilt zur Kenntnis nimmt , dass er einen Schatz gefunden hat und der gar nicht auf die Idee kommt, den Acker und damit den ganzen Schatz zu besitzen. Keine Begeisterung, sondern schnelles zur Tagesordnung übergehen.

Gleichnisse, vor allem die mit dem Schatz und der Perle rufen uns in Erinnerung, wie wertvoll dieser Glaube für unser persönliches Leben und darüber hinaus sein kann. Vielleicht müssen wir viele Steine wegräumen, Steine der Selbstverständlichkeiten und Coolness, Steine der eingefahrenen Gewohnheiten und Halbheiten, Steine von theologischen Worthülsen und Unentschiedenheiten. Was wäre, wenn wir Menschen mehr vom Himmel, vom unermesslichen Schatz in unserem Leben aufmachen würden? Mit mehr Sehnsucht nach dem guten Geist Christi könnte sich unser Leben verändern, dann werden sich wirklich Himmel und Erde berühren. Viel Erfolg allen „Schatzsuchern“!

Ihr Christof Hentschel,

Pfarrer der katholischen Pfarrei St. Elisabeth an Lahn und Eder