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Wort zum Sonntag für den 1. April 2018

Wort zum Sonntag für den 1. April 2018
Wort zum Sonntag für den 1. April 2018

Kennen Sie Casablanca? „Spiel's noch einmal, Sam!“ – und noch einmal spielt er „As time goes by“. Manche Lieder kann man immer wieder, eben NOCH EINMAL hören. Jung Verliebte wünschen, sich noch einmal tief in die Augen zu schauen, sich noch einmal zu umarmen, noch einmal einander zuzusagen, wie gerne man sich doch hat.

Noch einmal … In manchen Fällen schlägt es in ein „SCHON WIEDER“ um: „Das hast du schon wieder falsch gemacht! Du bist schon wieder zu spät! Schon wieder hast du das Essen versalzen! Muss ich es dir denn schon wieder erklären?“

Der Grat zwischen dem „NOCH EINMAL“ und dem „SCHON WIEDER“ scheint recht schmal zu sein; die Stimmung kann kippen.

Wie viel Grund hätte der liebe Gott genervt zu sagen: „Schon wieder! Schon wieder muss ich den Menschen vom Abgrund bewahren. Schon wieder hat er meine Gebote gebrochen! Schon wieder ist er auf Umwege gekommen. Soll er doch hingehen, wo der Pfeffer wächst“ Gott tut es aber nicht.

Gott wird nicht müde mit dem NOCH EINMAL! So offenbart sich der auferstandene Herr Jesus im heutigen Evangelium den Frauen am Grab. Noch einmal offenbart er sich Maria Magdalena als der Auferstandene. Noch einmal zeigt er sich in der Wegbegleitung der beiden Jünger nach Emmaus. Noch einmal offenbart er sich den Jüngern hinter verschlossenen Türen. Da Thomas nicht dabei ist, offenbart er sich nach acht Tagen noch einmal. „In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise.“ (Joh 21,1) Jesus offenbart sich „noch einmal“, bis schließlich auch irgendwann der Letzte zum Glauben an den auferstandenen Herrn kommt.

Gott wird nicht müde, sich zu offenbaren.

Die Christen des Orients haben dafür ein schönes Bild gefunden: Jeden Morgen wirft Gott den Sonnenball zum Himmel, um ihn abends wieder aufzufangen. Morgen tut er es noch einmal, genauso übermorgen und tags darauf, so, wie er es seit Jahrtausenden tut.

Vielleicht haben Sie es heute schon gehört, aber gerne wünsche ich Ihnen noch einmal frohe und gesegnete Ostern! Halleluja!

Pfarrer Dr. Christof May