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Land in Sicht - Zukunft entscheidet sich auf dem Land

Kirchenentwicklung im ländlichen Raum und ihre Herausforderungen
Land in Sicht - Zukunft entscheidet sich auf dem Land
Land in Sicht - Zukunft entscheidet sich auf dem Land
© Bistum Limburg

„Die wichtigen Zukunftsfragen entscheiden sich auf dem Land.“ Deshalb sei Kirchenentwicklung im ländlichen Raum auch so wichtig, erklärte der Soziologe Prof. Berthold Vogel in einem digitalen Werkstattgespräch mit Pastoral und Caritas. Fast 40 Haupt- und Ehrenamtliche nahmen das Onlineangebot am Donnerstag, 28. Januar, wahr und diskutierten mit dem Professor vom Soziologischem Forschungsinstitut Göttingen über die Chancen und Herausforderungen der ländlichen Regionen.

Der Wandel auf dem Land

Ländliche Lebensverhältnisse änderten sich kontinuierlich und stünden Problemen wie mangelnder Infrastruktur, räumlichen Entfernungen und dem demographischen Wandel gegenüber, so Prof. Vogel, der auch die Kommission der Deutsche Bischofskonferenz für gesellschaftliche und soziale Fragen berät. „Viele wichtige Zukunftsfragen entscheiden sich im ländlichen Raum, wie zum Beispiel die Energiewende, Agrarindustrie und Ernährung, der demographische Wandel, aber auch das Verhältnis zwischen Stadt und Land“, sagte er. Menschen, die diesen Wandel vorantreiben, nennt Vogel Virtuosen und spielt damit auch auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an. Es bedürfe kreativer Initiativen, die Lösungen suchten. Das spiele auch im Aufgabenfeld der Haupt- und Ehrenamtlichen der Kirche eine Rolle.

Präsenz in der Fläche

Kirche sei ein sehr wichtiger sozialer Ort für Menschen auf dem Land, so Prof. Vogel. Das spiegelt sich nicht nur in den liturgischen Festen wider, sondern auch in der Präsenz durch Caritas und anderer sozialer Angebote und Treffpunkte. „Um in der breiten Fläche präsent zu sein, braucht man Geld, Zeit, Personal, aber vor allem Ideen. Überregionale Aufmerksamkeit kann da auch ein wichtiger Faktor sein“, so Berthold Vogel. „Und hier ist die Kirche besonders privilegiert: Sie ist lokal ungebunden und hat ein Netzwerk, das die gesamt Republik überspannt.“ Man solle auch in die Diasporagebiete investieren, denn dort spielten die sozialen Angebote der Kirche für viele Nichtkatholiken eine große Rolle.

Stimmen aus dem Bistum

In Kleingruppen konnten die Haupt- und Ehrenamtlichen miteinander über die Impulse des Soziologen diskutieren. Für manche ländliche Regionen gelte diese Abgeschiedenheit, von der unter anderem die Rede war, nicht, meldete sich eine Referentin aus Elbtal: „Wir sind infrastrukturell und kulturell nicht unterlegen.“ Aber auch in den kleineren Diskussionsrunden war man sich einig: Man brauche eine Präsenz der Kirche. Doch auf dem Land sei es schwierig jene Virtuosen zu finden, die die Tradition des Dörflichen und neue Ideen miteinander verstricken könnten. Und um dem Personalmangel entgegenzuwirken, bräuchte man ein neues Selbstverständnis von Haupt- und Ehrenamtlichen.

Die Veranstalter laden zu zwei Nachfolgeterminen ein. Ursprünglich waren im Rahmen der Veranstaltung zwei Ortserkundungen in ländlichen Gebieten am 26. März und 23. April geplant. Corona-bedingt müssen diese Ortstermine, bei denen Ideen dörflicher Entwicklung im Mittelpunkt stehen sollten, ausfallen. Stattdessen gibt es zwei Stammtische, bei denen Interessierte  das Thema „Kirchenentwicklung auf dem Land“ vertiefen und über exemplarische 'Soziale Orte' ins Gespräch kommen können.

Eine Anmeldung zu den Terminen ist auch nachträglich unter netzwerk@bistumbistumlimburglimburg.de möglich.

Das Werkstattgespräch ist eine Kooperation von VertreterInnen aus dem Dezernat Pastorale Dienste, dem Diözesancaritasverband, der Bezirke Limburg und Westerwald/Rhein-Lahn, des Ressort Kirchenentwicklung sowie der KEB Frankfurt.

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Bistum Limburg

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