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Wort zum Sonntag für den 10.03.2019

Wort zum Sonntag für den 10.03.2019
Wort zum Sonntag für den 10.03.2019
© Holger Mardorf

Seit knapp einem Monat bin ich Pfarrer in „St. Elisabeth an Lahn und Eder.“ Es ist die katholische Pfarrei im Hinterland. Sie erstreckt sich von Gladenbach bis Battenberg. Unmöglich, nach derart kurzer Zeit einen Überblick zu haben. Kennen Sie dieses Gefühl? Sie stehen vor etwas Unmöglichem und müssen trotzdem mutig losgehen? Das Unmögliche beschäftigt uns derzeit in der Gesellschaft und insbesondere in der Kirche leider auf ganz andere Weise. Wie kann es möglich sein, dass Menschen, die als Priester und Seelsorger Vertrauen genießen, dieses Vertrauen aus sehr schäbigen Motiven ausnutzen und das auch noch gegenüber Kindern und Minderjährigen? In meinem Weltbild war das lange „unmöglich.“ Jetzt muss ich lernen, dass dies zur Wirklichkeit dazu gehört.

Das Unmögliche zu erfahren kann Angst machen. Es kann aber auch neue Kräfte freisetzen. Ich schaue auf Jesus, wie er vierzig Tage in der Wüste verbracht hat. Das war seine Fastenzeit. Er hat sich auf etwas Unmögliches eingelassen. Offenbar ist es ihm gelungen, die Angst vor der Lebensfeindlichkeit der Wüste zu überwinden. Kann uns daraus ein kleines Zweiglein Hoffnung wachsen? Es mag unmöglich erscheinen, dass manche Wunde geheilt wird. Es mag unmöglich klingen, dass neues Vertrauen wachsen kann. Ich wünsche mir aber den Mut, an Jesu Seite die Angst vor dem Unmöglichen zu verlieren.

Bestimmt gibt es auch Unmögliches in Ihrem Leben. Wenn es ums Fasten geht, meinen viele, es sei unmöglich unliebsame Pfunde zu verlieren. Auch Versöhnung und ein Neubeginn in Partnerschaften können unmöglich erscheinen.

Wir brauchen Mut in dieser Zeit. Lassen wir uns von Jesus die Angst nehmen. Glaube heißt, dem guten Unmöglichen eine Chance zu geben. Mit diesem Mut bekommt bei mir die große Pfarrei ganz konkrete Gesichter, die Landkarte wird zu einem Bild im Kopf.

Ich wünsche Ihnen am Beginn der Fastenzeit Momente der Ermutigung, damit das Unmögliche seine Macht verliert und die Möglichkeiten, die Gott uns allen gibt, zu leben beginnen.

Pfr. Dr. Christof Strüder