Liebe Geschwister
Am vergangenen Sonntag hatten wir die Ehre und das Privileg, in der katholischen Kirche Dillenburg für den sonntäglichen ZDF Gottesdienst Gastgeber*in sein zu dürfen. Das war aufregend und ein echtes Abenteuer für alle Beteiligten. Zu dem Dienst gehörte neben dem Gottesdienst und allem Drumherum auch die telefonische Betreuung der Hotline vom Fernsehgottesdienst. Auch ich hatte Telefondienst und war von zwei Dingen sehr angenehm überrascht. Das eine war die ungeheure Dankbarkeit der Zuschauer*innen. Und das andere war die immer wieder geäußerte Sehnsucht nach Einheit unter den Christen und die Freude über alles, was die Konfessionen und Bekenntnisse verbindet. „Wir glauben doch an den einen Herrn“, war ein oft gehörter Satz. Diese Erfahrung vom Telefondienst, dass gerade unter den Älteren so viele äußern, dass sie die Trennung in der Christenheit leid sind, hat mich persönlich nochmal dankbarer werden lassen. Dankbarer für das, was schon ist. Ich denke da z.B. an die Allianzen, an die Mittagstische in Dillenburg und Haiger, die von evangelischen, freien und katholischen Christen gemeinsam gestemmt werden. Ich denke an die Weltläden, an den Ökumenischen Pilgerweg, der Anfang September zum 12. Mal unterwegs war. Und ich denke natürlich an den gemeinsamen Auftritt der Kirchen und Gemeinden am Hessentag in Haiger 2022. Vielleicht DAS Paradebeispiel dafür, was man bewegen kann, wenn man den Fokus auf das legt, was uns alle verbindet und nicht immer nur auf das, was beim Gegenüber anders ist.
Ich bin dankbarer und hoffnungsvoller. Was könnten wir doch alles bewegen, wenn wir noch viel mehr zusammenarbeiten würden, anstatt uns immer nur im Kleinklein der eigenen Gemeinde zu tummeln! Die großen Herausforderungen, wie z.B. (Alters)Armut, Klimawandel und Verrohung der Gesellschaft, betreffen uns alle. Wir Christinnen und Christen sind da besonders gerufen und gefordert. Zusammen sind wir MEHR. Lassen Sie uns MEHR sein!
Herzliche Grüße.
Michael Wieczorek, Past. Ref.