Liebe Leserin, lieber Leser!
Genießen Sie auch jeden Tag, an dem die Sonne scheint? Unsere seelische Verfassung ist oft abhängig vom Wetter. Die Sonne bringt Freude und Leben in den Tag. Wenn wir nur trübe Tage erleben, fühlen auch wir uns oft trübsinnig. Der Hunger nach Sonne, Licht und Wärme führt jedes Jahr wieder Menschen in den Süden, wo die Wahrscheinlichkeit gutes Wetter zu erleben größer ist und die Lebensfreude steigt.
Wenn wir aber wieder zurückkehren, holt uns bald alles wieder ein: Trübe und wechselhafte Wetteraussichten, volle Briefkästen und anstehende Arbeiten, die während des Urlaubs liegen geblieben sind. Ist die im Urlaub gesuchte Erholung und Zerstreuung nicht bald schon wieder dahin? Und noch so lange bis zum nächsten Urlaub!
Die Sehnsucht nach Sonne, Ruhe und Erholung aber bleibt. In solchen Situationen und an solchen Tagen kommen mir oft die Worte des Evangeliums "Von der falschen und der rechten Sorge" in den Sinn, mit denen Jesus uns dazu auffordert, das Leben zu genießen und das Geschenk der Liebe und Güte Gottes anzunehmen: "Seht auf die Raben. Sie säen nicht, sie ernten nicht, denn Gott ernährt sie! Wie viel mehr seid ihr wert als die Vögel. Seht euch die Lilien an! Wenn Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch. Macht euch keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen."
Zum Glück gibt es aber auch im Alltag immer wieder einen Tag, der uns zur Besinnung und zur Ruhe führen kann: Der Sonntag!
„Sonntage sind SONNENTAGE des Lebens“, so hieß eine ökumenische Aktion. Sonntage sind wie Urlaubstage im Alltag, die uns immer wieder hinführen wollen zur Liebe und Güte Gottes, die uns dazu führen wollen, das Leben so zu genießen, wie er es uns zugedacht hat!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Sonn(en)tag!
Manfred Jüngling, Gemeindereferent Pfarrei St. Petrus Herborn