Auf der Suche nach dem Stern
Die drei Weisen aus dem Morgenland machen sich auf einen Weg – und der hat es in sich: Weit über 1000 Kilometer quer durch eine der trockensten Wüsten der Erde, fernab der sicheren Mauern der Städte und mitten durch fremde Länder und unwirtliche Gegenden. Und da kommt mir die Frage, wie diese Menschen der Antike diese Reise damals geschafft haben, so ganz ohne Navigationsgerät und mit einem Stern am Himmel als einzige Hilfe. Was sie wohl gemacht haben, wenn Wolken oder Sandstürme den Blick auf den Fixpunkt am Himmel blockiert haben?
Aber das kommt mir gar nicht so fremd vor. Auch in dieser Zeit sucht man Fixpunkte, die Orientierung geben. Das gilt in den großen Fragen der Gesellschaft, von Corona bis hin zur Zukunft unserer Erde, genauso wie zum Beispiel in unserer neuen katholischen Pfarrei. Mit dem Jahreswechsel haben wir die ehemaligen Pfarreien Herz Jesu und Sankt Petrus zu Grabe getragen und in der neuen Gemeinde „Zum Guten Hirten an der Dill“ vereint. Wo wird diese Reise hingehen? Wird es uns gelingen, unter diesem neuen Stern auch voranzukommen?
Und so ist die alte Geschichte und das alte Suchen gar nicht so fern von unserer Zeit. Sicher haben Sie auch in Ihrem Leben Aufbrüche und Umbrüche, in denen ein solcher Stern als Fixpunkt gesucht wird und in denen unsere Reise durchs Leben als beschwerlich wahrgenommen wird.
Aber auch das gehört zu den drei Weisen mit dazu: Sie erzählen uns, dass sie einen Weg gefunden haben. Zwar gehört dazu, dass sie manch einen Umweg hatten und am Ende nicht wie erwartet in einem Palast gelandet sind – aber der Weg wurde gefunden. Das darf uns in den Dunkelheiten unserer Zeit ein Trost sein: Mag es auch manchmal schwierig sein auf der Suche nach unserer Route, aber auch durch die Sorgen unserer Zeit hindurch wird sich ein Weg finden lassen. Nicht nur am Dreikönigsfest am 6. Januar gilt: Die Sterne dafür stehen gut.
Ihr Pfarrer Simon Schade von der Katholischen Pfarrei Zum Guten Hirten an der Dill