„Lebbe geht weider“
Dieser Ausspruch eines gut bekannten Fußballtrainers hat doch eine gewisse Wahrheit. Das sehen wir jedes Jahr im Frühling aufs Neue. Das Grün wird immer satter, es blüht an allen Stellen, die Vögel zwitschern und bauen ihre Nester. Eine wiederkehrende Erfahrung des Menschen.
Doch irgendwie ist alles anders. Jesus ist gestorben. Plötzlich ist er auferstanden von den Toten. Das ist was keiner denken konnte obwohl er es angekündigt hat. Er erscheint seinen Jüngern und auch anderen Zeugen. Und jetzt? Und was machen die Jünger? Sie schließen sich ein und beten. Sie gehen erstmal nicht raus. Blockiert, nichts ist so wie früher, kein Lebensmut und keine Perspektive!?
Und dann blicke ich wieder auf die Straße. Die Leute sitzen draußen, trinken ihren Kaffee, unterhalten sich. So als ob alles ganz normal ist. Kein Krieg vor der Haustür, kein Corona, keine Sorgen und Nöte. Das Leben geht einfach weiter!
Es ist diese Botschaft von Ostern. Das Leben hat den Tod besiegt. Wir können anders hoffen und das Leben genießen. Das feiern wir als Kirche 50 Tage lang bis Pfingsten. Dann gehen die Jünger hinaus in die Welt.
Als Katholische Pfarrei Zum Guten Hirten an der Dill machen wir das auch am 08. Mai. Es ist der „erste Namenstag“ der neuen Pfarrei, den wir feiern dürfen. Das Patrozinium, in unserem Fall genauer das Titularfest, hat den Guten Hirten als Idee im Hintergrund. Die Pfarrei möchte für alle Menschen da sein. Es geht um einen fairen und solidarischen Umgang miteinander. Christus als Vorbild für das Handeln der Pfarrei. Er nimmt sich Zeit und schenkt Nähe, geht dem Verlorenen nach und lehrt, dass die ganze Schöpfung von Gott gewollt und verbunden ist.
Ja das Leben geht doch immer weiter. Ein großer Kreislauf mit Freude und Schmerzen, mit Sorgen und Befreiung – Das Leben! Als Christ lebt es sich halt manchmal durch die „Andere Hoffnung“ leichter, befreiter. Und öfter mal mit einem Grund zum Feiern.
Kaplan Matthias Thiel, Pfarrei zum Guten Hirten an der Dill