„In den kleinsten Dingen ist Gott am größten.“
An Fronleichnam (seit 1264) – dem Fest vom lebendigen Leib des Herrn – wird ein kleines Stück Brot verehrt. Durch die Einsetzung der Eucharistie, beziehungsweise des Abendmahls, wollte Jesus immer bei den Menschen sein - im kleinen Stück vom Brot. Alle, die an die Gegenwart des Herrn Jesus im Zeichen des Brotes glauben, dürfen ihn in sich aufnehmen. Das gewandelte Brot in der Eucharistiefeier ist Mittel zur Stärkung der Gläubigen. Da schenkt sich Jesus selbst.
Die liturgischen Texte des Tages heben die Einsetzung des Abendmahles heraus. Der Ruf vor dem Evangelium lautet: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben.“
Besonderheit des Fronleichnamstages ist eine eucharistische Prozession (seit über 750 Jahren). Die Gemeinde zieht befreit durch Christus im Vertrauen auf Gottesführung dem Land der Verheißung entgegen.
Wir verehren den Gott mit uns –Immanuel–, der sich das lebendige Brot genannt hat und sich selbst als wahre Speise gegeben hat und gibt.
Durch die Fronleichnamsprozession zeigen wir das Gute und Wertvollste der Welt. Dabei ehren wir Christus Jesus als Herrn der Schöpfung. Mit vielen Blumen und schönen Blumenteppichen verehren wir ihn an diesem Tag. Wir ehren ihn wirklich, denn das Fest unserer Gemeinschaft stärkt zwischen uns und Gott und untereinander; wenn alle, die sich auf Christus Jesus durch das Essen dieses Brotes verpflichtet haben, lebendiger „Christus“ werden. Lebendiger Christus können wir werden, wenn wir in den kleinsten Dingen des Alltags dem Lebensbeispiel des Guten Hirten Jesus folgen. Denn „In den kleinsten Dingen ist Gott am größten.“ (Franz von Assisi)
Pater Paulose Chatheli, kath. Pfarrei Zum Guten Hirten an der Dill