Lieber Leser, liebe Leserin,
die großen christlichen Festen, wie Ostern oder Weihnachten, feiern alle Christinnen und Christen gemeinsam. Wir wissen um deren Inhalt und um ihre Bedeutung.
Und dann gibt es auch noch diese Feste, die nicht in allen Konfessionen vorkommen - und die möglicherweise bei den jeweils anderen eher Unverständnis auslösen. Dazu gehört vermutlich auch das „Fronleichnamsfest“. Katholische Christen und Christinnen begehen es jährlich am 2. Donnerstag nach Pfingsten. Schon der Name klingt ja für viele erst einmal fremd. Dabei handelt es sich beim Begriff Fronleichnam um ein mittelhochdeutsches Wort, das übersetzt „Leib des Herrn“ bedeutet. Und dieser Leib steht damit im Mittelpunkt des Festes.
Wir glauben, dass Christus im Brot der Kommunion bleibend gegenwärtig ist. Diesen „Leib Christi“ verehren wir und tragen ihn zu Fronleichnam in einer Monstranz (einem „Zeigegerät“) durch die Straßen. Üblicherweise… Denn aufgrund der Coronapandemie müssen die Prozessionen bereits zum zweiten Mal ausfallen.
Der „Leib des Herrn“, der in Form eines kleinen Stückchen Brotes, durch die Straßen getragen wird?! Es geht dabei nicht darum, dass der „Herr“ mal einen Ausflug macht. Vielmehr wird uns damit deutlich sichtbar vor Augen geführt: Gott ist mitten in der Welt! Ihm ist kein Winkel fremd – weder die gepflegten Hausfassaden, noch die unaufgeräumten Ecken und schon gar nicht unser Leben mit all seinen Höhen und Tiefen.
Eine bayerische Pfarrei hat daraus eine Fotoaktion entwickelt – und ich finde die Bilder und Texte dazu lohnenswert anzuschauen (www.mittendrin.world) . Da sieht man die Monstranz in Situationen mitten aus dem Leben: Etwa in einer Schule, auf einem Spielplatz, im Fußballtor, einer Baustelle oder am Bankautomaten.
Gott ist mitten in der Welt! Könnte das nicht für uns alle Grund zum Feiern sein?
Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes „langes“ Wochenende,
Bettina Tönnesen-Hoffmann, Pastoralreferentin Pfarrei Herz Jesu Dillenburg